Sonntag, 11.12.2005
Feuilletonwissenschaftlicher Blick auf den Spracherwerb
Eine Einführung in den kindlichen Spracherwerb gefällig? Ganz gefällige Artikel, die zum Weiterdenken, Nachlesen, Forschen und Anwenden anregen können, finden sich in der neusten Ausgabe von Zeit Wissen.
Samstag, 10.12.2005
Belarus-Petition
Für alle, die es noch nicht mitbekommen haben:
In Weißrussland wurde eine Studentin zwangsexmatrikuliert, die sich in den Vorstand der europäischen Dachorganisation der Studierendenschaften ESIB hat wählen lassen.
Informiert euch dazu und unterschreibt die Petition für ihre Rehabilitierung!
Если вы ещё не слышали:
В Беларусе выгнали студентку из университета из-за её активной политической позиции!
Подпишите петицию!
(Сайт на английском и немецком языке)
www.belarus-petition.org/index3.html
Freitag, 09.12.2005
"Fall Gotovina" gotovo je
Gotovina nije vi?e slobodan čovek ...
Das ist eine wunderbare Nachricht. Und das aus mehrern Gründen:
Erstens ist einer der schlimmsten Kriegsverbrecher der Krieges nach dem Zerfall Jugoslawiens endlich in den schützenden Händen der Justiz.
Zweitens ist damit den Serben ein gutes Beispiel gegeben, die ihre Unmenschen auch noch finden müssen.
Drittens ist damit all denen kräftig ins Schienbein getreten, die immer noch solch grausame Götter verehren und sie als Helden feiern. Mag dieser Tag für einige Zadar und andere, die für Ante Gotovina demonstrieren, ein Trauertag sein, für die Menschlichkeit ist es ein Freudenfest.
Viertens ist damit die Glaubhaftigkeit der kroatischen Staatsorgane unter Beweis gestellt und erscheint ihr Wille zu einer dem Ethos der Menschenrecht entsprechenden Aufklärungsarbeit über den Krieg und seine Verbrechen fast schon in weihnachtlich festlichem Glanz. Mit dem Auffinden Gotovinas auf Tereriffa (to jest na Tenerifeu) ist aber auch
Fünftens Carla del Ponte ein strenger Zeigefinger gezeigt, der sie mahnt, sie solle doch nicht immer so herablassend mi den osteuropäischen Staaten umgehen. Ist das nicht
Sechtens ein allgemeines Phänomen? Die "westlichen" Staaten nehmen sich ein unerhörtes Monopol auf die ethische Bewertung der Welt heraus. Und leider allzu oft müssen wir gesenkten Hauptes eingestehen, dass es bei uns bei weitem nicht zum besten steht. Danke Ante! Aber es hätte auch schönere Anlässe geben können.
Das ist eine wunderbare Nachricht. Und das aus mehrern Gründen:
Erstens ist einer der schlimmsten Kriegsverbrecher der Krieges nach dem Zerfall Jugoslawiens endlich in den schützenden Händen der Justiz.
Zweitens ist damit den Serben ein gutes Beispiel gegeben, die ihre Unmenschen auch noch finden müssen.
Drittens ist damit all denen kräftig ins Schienbein getreten, die immer noch solch grausame Götter verehren und sie als Helden feiern. Mag dieser Tag für einige Zadar und andere, die für Ante Gotovina demonstrieren, ein Trauertag sein, für die Menschlichkeit ist es ein Freudenfest.
Viertens ist damit die Glaubhaftigkeit der kroatischen Staatsorgane unter Beweis gestellt und erscheint ihr Wille zu einer dem Ethos der Menschenrecht entsprechenden Aufklärungsarbeit über den Krieg und seine Verbrechen fast schon in weihnachtlich festlichem Glanz. Mit dem Auffinden Gotovinas auf Tereriffa (to jest na Tenerifeu) ist aber auch
Fünftens Carla del Ponte ein strenger Zeigefinger gezeigt, der sie mahnt, sie solle doch nicht immer so herablassend mi den osteuropäischen Staaten umgehen. Ist das nicht
Sechtens ein allgemeines Phänomen? Die "westlichen" Staaten nehmen sich ein unerhörtes Monopol auf die ethische Bewertung der Welt heraus. Und leider allzu oft müssen wir gesenkten Hauptes eingestehen, dass es bei uns bei weitem nicht zum besten steht. Danke Ante! Aber es hätte auch schönere Anlässe geben können.
Das Spiel mit dem Öl
Unsere Neue Regierung. Ich weiß nicht, ob man Menschen, deren Beruf mit einem P anfangen, Glauben schenken darf, aber über dieser unserer neuen Regierung hängt ein gar süßes Schwert: Die Ehrlichkeit.
Ich war sehr überrascht, als Angela Merkel sich dieser der Politik doch recht unvertrauten Werte annahm. Wird sie das Schwert nicht zum Fallen bringen? Zu wünschen wäre es.
Besonders brisant ist dieses Wort sicher in Verbindung mit Russland. Hat die dicke Männerfreundschaft, wir wissen ja, dass Männerfreundschaften standardgemäß nicht sehr emotional und selbstkritisch ist, hat also diese Männerfreundschaft mit all ihren festen Handschlägen über solch feines Gebilde nachgerade hinwegsehen müssen, und dabei manch Grausen in mir erzeugt, so wird sich die neue politische Vertretung unserer Bürger sicher einen neuen Umgang mit den großen Nachbarn aus dem Osten angewöhnen müssen. Denn so, wie die osteuropäischen Länder bisher mit vielerlei Maß gemessen wurden, kann es nicht mehr weiter gehen.
Wir haben in Russland einen wichtigen wirtschaftlichen Partner, und wie so oft, machen wir uns diesem Faktum zum Sklaven. Das ist schade, sieht man doch manchmal in Deutschland das Potential zu einer kritischeren und vielseitigeren Postion in internationalen Fragen. Wie aber kommt es, dass man einem autoritären Staat eine lupenreine Demokratie bescheinigen kann? Ist die Lupe verdreckt? Oder hat sich unser Demokratiebegriff so gewandelt, dass unsere Machthaber von russischen Zuständen träumen? Eigentlich müsste den Akteuren klar sein, dass eine unehrliche Debatte, eine Liebesbeziehung mit halbem Auge, nicht gut enden kann. Es ist Zeit, die kritischen Themen anzusprechen, denn gerade wenn uns Russland wichtig ist, sollte uns an einer Lösung der Probleme gelegen sein. Und es kann nur in unserem Interesse sein, wenn in diesem wichtigen Partner eine selbstbewusste Mittelschicht heranwächst, wenn Machtgebarden entmilitarisiert werden und wenn ein kultureller Austausch nicht mehr nur auf Repräsentationsebene angenommen wird.
Sollte dies eine Wahrheit sein, dann bin ich gespannt, ob Frau Merkel und die ihren sie erkennen. Und wie sie diesen neuen Dialog gestalten wollen. Und ob unser süßes Schwert in 4 Jahren noch hängt.
Ich war sehr überrascht, als Angela Merkel sich dieser der Politik doch recht unvertrauten Werte annahm. Wird sie das Schwert nicht zum Fallen bringen? Zu wünschen wäre es.
Besonders brisant ist dieses Wort sicher in Verbindung mit Russland. Hat die dicke Männerfreundschaft, wir wissen ja, dass Männerfreundschaften standardgemäß nicht sehr emotional und selbstkritisch ist, hat also diese Männerfreundschaft mit all ihren festen Handschlägen über solch feines Gebilde nachgerade hinwegsehen müssen, und dabei manch Grausen in mir erzeugt, so wird sich die neue politische Vertretung unserer Bürger sicher einen neuen Umgang mit den großen Nachbarn aus dem Osten angewöhnen müssen. Denn so, wie die osteuropäischen Länder bisher mit vielerlei Maß gemessen wurden, kann es nicht mehr weiter gehen.
Wir haben in Russland einen wichtigen wirtschaftlichen Partner, und wie so oft, machen wir uns diesem Faktum zum Sklaven. Das ist schade, sieht man doch manchmal in Deutschland das Potential zu einer kritischeren und vielseitigeren Postion in internationalen Fragen. Wie aber kommt es, dass man einem autoritären Staat eine lupenreine Demokratie bescheinigen kann? Ist die Lupe verdreckt? Oder hat sich unser Demokratiebegriff so gewandelt, dass unsere Machthaber von russischen Zuständen träumen? Eigentlich müsste den Akteuren klar sein, dass eine unehrliche Debatte, eine Liebesbeziehung mit halbem Auge, nicht gut enden kann. Es ist Zeit, die kritischen Themen anzusprechen, denn gerade wenn uns Russland wichtig ist, sollte uns an einer Lösung der Probleme gelegen sein. Und es kann nur in unserem Interesse sein, wenn in diesem wichtigen Partner eine selbstbewusste Mittelschicht heranwächst, wenn Machtgebarden entmilitarisiert werden und wenn ein kultureller Austausch nicht mehr nur auf Repräsentationsebene angenommen wird.
Sollte dies eine Wahrheit sein, dann bin ich gespannt, ob Frau Merkel und die ihren sie erkennen. Und wie sie diesen neuen Dialog gestalten wollen. Und ob unser süßes Schwert in 4 Jahren noch hängt.
Babylon ist überall ...
... und vor allem unter Sprachwissenschaftlern. Deshalb seid nicht böse, wenn einige Beiträge auf Englisch, Russisch, Ungarisch oder Serbisch/Kroatisch erscheinen werden.
Herzlich Willkommen!
Hier soll ein interlingualer und transkultureller Blogg zur Sprachwissenschaft im Allgemeinen, zur Slavistik im Speziellen und zu einigen Aspekten der osteuropäischen Kulturen entstehen.